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Das ICD-11 ist da!

Ein Zusammenspiel aus neuen Krankheitsbildern, Ängsten, Verwirrungen und Gedanken wie „ist ab sofort alles neu?“

Die neue Version der Internationalen Klassifikation der Krankheiten ist am 1.1.2022 mit der ICD-11 in Kraft getreten.

Das wichtigste zuerst – Ja, die ICD-11 ist 2022 in Kraft getreten. Das bedeutet jedoch nicht, dass ab dem 1.1.2022 alles anders ist und alle Heilpraktiker, Psychotherapeuten oder Ärzte jetzt die neuen Krankheitsbilder fundiert kennen und danach kodieren/klassifizieren müssen.

Die wichtigsten Eckpunkte

In Deutschland wird die ICD-11 bislang noch nicht zur Kodierung von Krankheiten angewendet. Die ICD-11 liegt bisher nur in der englischen Version vor und muss für Deutschland angepasst werden. Die nächsten Schritte sind die Übersetzung ins Deutsche, das Modifizieren und das Integrieren in die bisherigen Strukturen.

Laut Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sind bisher »über 135.000 Einträge der ICD-11 zu mehr als 80% übersetzt und befinden sich in einem Review-Prozess
durch die medizinischen Fachgesellschaften«. »Das BfArM plant im ersten Quartal 2022, den Entwurf einer deutschen Übersetzung der ICD-11 der Öffentlichkeit zugänglich zu machen«, heißt es von Seiten der Behörde. Also können wir hoffen bis Ende März mehr Klarheit rund um die ICD-11 zu erlangen.

Ab wann bin ich nun verpflichtet die ICD-11 in Deutschland anzuwenden?

An dieser Stelle wäre es schön, eine klare Aussage zum Anwendungszeitpunkt der neuen Regelungen zu treffen. So einfach ist die Sache allerdings nicht. Bleiben wir lieber bei den aktuellen Aussagen der Behörden: Ab sofort sollen Todesursachen nur noch mit der ICD-11 verschlüsselt werden. Es gibt hierfür eine großzügige Übergangsfrist von 5 Jahren, welche somit 2027 endet.

Wichtiger für alle unsere Fragen ist, ab wann alle Krankheiten (also auch alle psychischen Störungen) nach der ICD-11 klassifiziert werden. Das ist weiterhin unklar. Wie schon geschrieben, ist die Übersetzung ins Deutsche dafür notwendig. Und sobald dies geschehen ist, wird es eine -welche Überraschung- erneute Übergangfrist bis zu dem Zeitpunkt geben, ab dem ausschließlich nur noch über die ICD-11 kodiert wird.

Schauen wir kurz zurück auf den Transformationsprozess der ICD-9 durch die ICD-10. Wie wir es heutzutage auch immer wieder erleben, Behörden benötigen Zeit. Viel Zeit. Der Wechsel von einer alten ICD-Fassung zu einer neuen gestaltete sich in der Vergangenheit schon als langwieriger Prozess. So dauerte die Umstellung auf die ICD-10 etwa 6 Jahre. Beim Wechsel auf die ICD-11 gehen Experten davon aus, dass diese Umstellung einen noch längeren Zeitraum in Anspruch nehmen dürfte.

Was wird sich alles ändern?

Es kommen neue Krankheitsbilder dazu, andere werden neu definiert oder anders kodiert. Der Wandel und die Anpassung nach vielen Jahren sind dringend notwendig. Einige Krankheitsbilder sind mehr als überarbeitungswürdig oder andere sind in der heutigen Zeit nicht mehr „vertretbar“. Ein kurzes Beispiel: Homosexualität wurde ab 1991 mit der ICD-10 nicht mehr als psychische Störung aufgeführt wurde. Aus dem Kapitel der F-Diagnosen wird mit der ICD-11 auch »die Störungen der Geschlechtsidentität« (z. B. Transsexualität) entfernt.  Die bisherigen F-Diagnosen werden nicht mehr als Krankheit geführt, sondern als »Bedingung im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit« aufgelistet.

Ein wichtiger Punkt für uns alle ist, es muss nicht alles neu gelernt werden, eine Depression ist und bleibt eine Depression! Die ICD-10 bleibt weiterhin eine gute Grundlage auch im Hinblick auf die ICD-11.

Neue interessante und wichtige Diagnosen die wir mit der ICD-11 erwarten können sind zum Beispiel: Gaming Disorder (Computerspielsucht), komplexe PTBS oder auch die anhaltende Trauerstörung. Daraus entstehen neue Chancen für die therapeutische Praxis.

Und nun? Ich bin in der Ausbildung was muss ich jetzt lernen?

Jetzt ist die ICD-10 die optimale Grundlage für die ICD-11, um die Krankheiten und deren Erscheinungsbilder sowie deren Auswirkungen auf Psyche und Körper zu verstehen. Wir, die HPA – Heilpraktiker Akademie Deutschland bereiten jetzt schon alle auf die ICD-11 mit vor.

Ab dem Gültigkeitszeitpunkt der ICD-11(deutsche Übersetzung ist abgeschlossen und Übergangsfrist ist abgelaufen) wird ausschließlich nach diesen kodiert/klassifiziert. Daher müssen dann jene, welche die Heilkunde ausüben oder wollen, fundierte Kenntnisse über die ICD-11 besitzen. Man beachte wieder, es wird eine Übergangsfrist geben, denn wer soll von einem Tag auf den anderen alles wissen?

Bei den Gesundheitsämtern wird wohlmöglich die ICD-10 bis auf Weiteres ihre Gültigkeit behalten. Dennoch besteht die Möglichkeit, dass zum Beispiel in der Prüfung nach neuen Diagnosen wie Gamings Disorder gefragt wird.

Wir, das Team der HPA, werden Dich mit auf die ICD-11 vorbereiten. Du findest auf unserer Online-Lernplattform Erklärvideos von Dirk. Im Unterricht werden die ICD-11 immer mit aufnehmen.  

Zusammenfassung:

  • Nein – es ist nicht alles ab sofort neu.
  • Die Klassifikation von Krankheiten nach der ICD-11, erfolgt offiziell erst ab dem Zeitpunkt der deutschen Übersetzung
  • Es wird danach eine Übergangsfrist geben
  • Neue Krankheitsbilder wie z. Bsp. Computerspielsucht kommen hinzu
  • Alte Störungsbilder werden modifiziert und eingeordnet oder teilweise komplett aus der ICD-11 entfernt.
  • Für die Prüfung beim Gesundheitsamt wird wohl die ICD-10 ihre Gültigkeit behalten. Einzelne Fragen zu den neuen Krankheitsbildern sind möglich.
  • Keine Panik ;-)
Quellennachweis:
https://www.bfarm.de/DE/Kodiersysteme/Services/FAQ-Ansprechpersonen/_artikel.html;jsessionid=8D9B6415D864D1C4AF8CB1E69C49B4D0.intranet371?nn=724272).
https://www.dimdi.de/dynamic/de/klassifikationen/icd/icd-11/

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Prüfungen HPP Herbst 2022

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Prüfung Oktober 2022

  • kommentierte Prüfungsfragen mit Lösungen

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Ihr Dirk Schippel

Inhaber der HPA Heilpraktiker Akademie Deutschland